Ruritage

Ländliche Gebiete auf der ganzen Welt sind mit wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Problemen konfrontiert. Es fehlt oft an Perspektiven, was zur Landflucht vor allem junger Menschen führt. Eine Vielzahl an Beispielen und bewährten Praktiken weist jedoch darauf hin, dass man das kulturelle und das landschaftliche Potential von ländlichen Gebieten als Motor für nachhaltige regionale Entwicklung nutzen kann. Das RURITAGE-Projekt hat zum Ziel, anhand von ausgewählten Beispielregionen – sogenannten Laboren – zu zeigen, dass die Herausforderungen ländlicher Gebiete durch die Nutzung dieses Potentials überwunden werden können.

RURITAGE ist ein vier Jahre andauerndes, von „Horizon2020“ EU-Förderlinie finanziertes Forschungsvorhaben (2018-2022). Es bringt insgesamt 38 Partner aus 14 europäischen Ländern zusammen, die lokale und regionale Behörden, Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen, Museen, Parks, Forschungszentren und die Zivilgesellschaft vertreten.

Als Rahmen für die Identifizierung des einzigartigen Potentials für die ländliche Entwicklung wurden sechs Themenbereiche – die sogenannten systemrelevanten Innovationsbereiche (engl. Systemic Innovation Areas, SIAs) – ausgewählt:

  • Pilgerschaft
  • nachhaltige regionale Lebensmittelproduktion
  • Migration
  • Kunst und Festival
  • Widerstandsfähigkeit und
  • ganzheitliches Landschaftsmanagement.

Wenn Sie mehr über die sechs Themenbereiche erfahren wollen, klicken Sie bitte hier 

Die 6 SIAs werden in den sogenannten Rural Heritage Hubs (RHHs) – zentralen Stellen des ländlichen Natur- und Kulturerbes – bearbeitet. In den RHHs können sich Projektbeteiligte treffen, um Erfahrungen auszutauschen und an einem gemeinschaftlichen Prozess der ländlichen Entwicklung teilzunehmen. Für die Gründung von RHHs wurden zu Beginn des Projekts 13 erfolgreiche Modellregionen ausgewählt – die sogenannten Rollenmodelle – denen es gelungen ist, die Erneuerung von ländlichen Gebieten durch Nutzung des vorhandenen regionalen Kultur- und Naturerbes voranzutreiben. Die erfolgreichen Ansätze der Rollenmodelle wurden im Projekt gesammelt, analysiert und maßgeschneidert auf 6 Replikatoren-Regionen übertragen. Auch diese Regionen bilden jeweils ein RHH. Rollenmodelle stehen den Replikatoren während der gesamten Projektdurchführung zur Seite und unterstützen diese mit ihrem Wissen und Erfahrungen bei der Entwicklung und Umsetzung von lokalen Aktionsplänen. Um mehr über Rollenmodelle und Replikatoren des Projekts zu erfahren, klicken Sie bitte hier.

Während die Städte in Europa wachsen, leiden die ländlichen Gebiete oft unter massiver Abwanderung. Abgesehen von den Herausforderungen, die die gegenwärtige Migrationswelle mit sich bringt, bieten Migrant*innen auf dem Land Chancen für ländliche Regenerierung. Kultur- und Naturerbe – lokale Traditionen, Sprachen, Kunsthandwerk oder Gastronomie – können dabei als Instrument zur Beschleunigung der Integration und der Wiederbelebung von ländlichen Gebieten eingesetzt werden.

Der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald fungiert dabei als Replikator im Rahmen des RURITAGE Projekts und dient als Labor im Themenbereich „Migration“. Der Geo-Naturpark bringt unter dem Motto „Herzlich Willkommen im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald – draußen sein, ankommen, Natur erfahren, Landschaft entdecken“ insbesondere Menschen aus aller Welt, die nach ihrer Flucht bei uns eine neue Heimat gefunden haben, Natur, Landschaft und Kultur der Geo-Naturpark-Region nahe. Dies kann zur Integration, zur Entspannung, zum Austausch und zum Kennenlernen der neuen Heimat beitragen.

Der Internationale Waldkunstpfad bringt alle zwei Jahre Menschen aus den verschiedensten Ecken der Welt in Darmstadt zusammen. Neben der Künstlergemeinschaft, die im Wald an ihren Kunstwerken arbeitet, braucht auch die Organisation des Waldkunstpfades regelmäßig Unterstützung durch Studenten und Freiwillige. Im vergangenen Jahr ergab sich nun eine besondere Konstellation: Der Verein Internationale Waldkunst konnte in Kooperation mit dem Geo-Naturpark im Rahmen des EU-Förderprojektes RURITAGE einen Praktikumsplatz für Geflüchtete zur Verfügung stellen. Ein Interview mit der Praktikantin Samira Jamali.

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In der Initiierungsphase des Projekts entwickelte RURITAGE eine innovative Kartierung der ländlichen Gebiete, welche eine umfassende Darstellung von Mensch-Land-Interaktionen bietet. Der sogenannte RURITAGE-Atlas beinhaltet Daten, Karten, Bilder, Modelle und Informationen und stellt Nutzer*innen ein interaktives Werkzeug zur Erforschung kultureller Ressourcen ländlicher Gebiete zur Verfügung. Für mehr Informationen klicken Sie bitte hier.

Das Wissen und die Erfahrungen der Rollenmodelle wurden gesammelt, klassifiziert und systematisiert. Insgesamt wurden 94 Best Practice Beispiele und Ansätze im RURITAGE Praktikenrepositorium gespeichert. Diese wurden weiter analysiert und die innovativen Lösungen, die sie beinhalten, im RURITAGE Inventar an gewonnenen Erkenntnissen zusammengefasst. Falls Sie mehr darüber erfahren wollen, klicken Sie bitte hier.

Die gesammelten Best Practices und Ansätze wurden von 13 Rollenmodellen im Rahmen von mehreren Workshops zum Wissensaustausch an 6 Replikatoren übergeben. Während der Workshops arbeiteten sie gemeinsam an einer maßgeschneiderten Anpassung erfolgreicher Ansätze auf die Gebiete der Replikatoren. In jedem RHH wurden außerdem im Laufe des Jahres 2019 mehrere Workshops organisiert, die einer partizipativen Entwicklung von Aktionsplänen für Replikatoren dienten.

Ein öffentlicher Aufruf zur Teilnahme am Projekt wurde veranlasst, und es gingen 87 Bewerbungen ein. Am Ende schlossen sich 6 weitere Rollenmodelle und 18 zusätzliche Replikatoren aus der ganzen Welt den 38 vollwertigen Projektpartnern an und trugen so zur Unterstützung der wachsenden RURITAGE-Gemeinschaft bei. Um mehr über einzelne Rollenmodelle und Replikatoren zu erfahren, klicken Sie bitte hier.

Und der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald?

In der Initiierungsphase lag der Schwerpunkt auf der Erhebung von Basisdaten aus den Projektregionen und der partizipativen Entwicklung eines Aktionsplans, welcher nun in der 2. Projektphase – der Implementierungsphase umgesetzt wird. Die Ausarbeitung des Aktionsplans bestand aus mehreren Workshops.

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RURITAGE beteiligte sich als offizieller Partner des Vereins für Internationale Waldkunst an der Förderung mehrerer Kinderbauwagen-Workshops 2020. An diesen haben unter anderem auch ca. 4-5 % Migrant*innen und 5-6 % ausländische Gäste teilgenommen.

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Entsprechend der Leitsätze des Geo-Naturparks bieten wir Angebote und Aktionen gemeinsam mit unseren Geopark-Rangern sowie Partner*innen aus der gesamten Region. Hierbei geht es insbesondere um Formate, bei denen die Begegnung der Menschen, die Kommunikation (Neubürger*innen, Bewohner*innen) und der Kompetenzerwerb (Sprache, Kultur, Region) gefördert werden. Die Formate richten sich an unterschiedliche Zielgruppen (Erwachsene, Familien, Schulen) und beinhalten sowohl feste öffentliche Termine als auch Angebote auf Anfrage.

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Weitere Informationen:
www.ruritage.eu

Online-Umfrage zur Wahrnehmung von Landschaft und Kultur der Region

Wir alle haben Naturorte und Wanderlandschaften, an die wir immer wieder zurückkehren: Wir tanken hier unsere Kräfte auf; kommen, um nachzudenken, uns zu entspannen oder einfach wunderschöne Natur zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten zu genießen…

In diesem Zusammenhang laden wir Sie ein, uns Ihre Meinung über ausgewählte Orte im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald zu sagen (hierzu wurden die Projekt- und Kooperationsstandorte von RURITAGE verwendet). Mit Ihren Antworten tragen Sie wesentlich zu den Zielen von RURITAGE bei und helfen auch uns, besser zu verstehen, welchen Wert diese Orte für die Menschen in unserer Region haben.

Die Umfrage ist anonym und wird bis zu 5 Minuten Ihrer Zeit in Anspruch nehmen. Wenn Sie an der Umfrage teilnehmen möchten, klicken Sie bitte hier.

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