Und wir? – Der Mensch als Landschaftsgestalter

Der Mensch, der erst in junger geologischer Zeit, vor etwa 2,5 Millionen Jahren die Bühne der Erdgeschichte betreten hat, wurde zu Beginn des Holozäns vom Jäger und Sammler zum sesshaften Ackerbauern. Diese „neolithische Revolution“ war der entscheidende Schritt, der unsere rasante Entwicklung vom eiszeitlichen Überlebenskampf hin zu den Kulturleistungen unserer Gegenwart erst möglich gemacht hat. Rodungen, die landwirtschaftliche Nutzung der Böden, aber auch Bergbau und Steingewinnung prägten zusammen mit der wachsenden Siedlungsdichte und Infrastruktur in den letzten 1200 Jahren massiv das Mittelgebirge.

Zugleich haben viele unserer heutigen Probleme ihre Hintergründe in den Entwicklungen der Vergangenheit. Kulturlandschaft ist ein dynamisches System mit erdgeschichtlichen Wurzeln. Gesteine erzählen Erd-Geschichte(n), und in Geotopen wie z.B. Steinbrüchen, Natursteinklippen, Stollen und anderen wird der Gesteinsuntergrund direkt sichtbar. Diese „Fenster in die Erdgeschichte“ gestatten uns einen tiefen Blick in die Millionen Jahre alte Vergangenheit unserer Region und lassen uns verstehen, warum, an welcher Stelle und in welcher Weise der Mensch in die Natur eingriff und sie veränderte. Diese Zusammenhänge in der Landschaft lesen zu lernen und zu verstehen bedeutet gleichzeitig, sich eines nachhaltigen Umganges mit Natur und Landschaft bewusst zu werden und zu praktizieren.

Himbächel-Eisenbahnviadukt
bei Hetzbach
Steinbruch am Hardberg
bei Siedelsbrunn
Platz eines Kohlemeilers
bei Hüttenthal
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