Das Tertiär – eine Landschaft erhält ein neues Gesicht

Mit der Wende der Kreidezeit zum Tertiär vor 65 Millionen Jahren beginnt die landschaftsgestaltende Phase des heutigen Mittelgebirges Odenwald. Während sich im Süden mit der Bildung der Alpen eine neue Kontinent-Kollision vollzog, wurde das nördlich angrenzende Mitteleuropa von Brüchen und Verwerfungen durchzogen, an denen Gesteinsschmelzen sich ihren Weg aus dem Erdmantel bis an die Oberfläche bahnten. In dieser tektonisch unruhigen Zeit, in die auch die beginnende Absenkung des Oberrheingrabens fiel und sich die ältesten Talstrukturen des Mittelgebirges bildeten, herrschte ein feucht-warmes, beinahe tropisches Klima in der Region. In Ölschiefer-Ablagerungen vom Grund des Messeler Maarsees, der sich durch eine heftige vulkanische Explosion im Norden des Odenwaldes vor etwa 48 Millionen Jahren gebildet hatte, finden sich heute die mit am besten erhaltenen Fossilien des älteren Tertiärs auf der ganzen Welt. Sie erlauben einen unglaublich detaillierten Blick auf Flora und Fauna eines längst untergegangenen tropischen Regenwaldes.

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