Das Ried, die Bergstraße und der Odenwald – ungleiche Geschwister

Nähert man sich dem Geo-Naturpark von Westen, fallen gleich mit der Oberrheinebene und der  Bergstraße zwei vollkommen unterschiedliche Landschaftstypen ins Auge. Hier die jungen Ablagerungen der Flüsse Rhein und Neckar mit der ursprünglich weiten Auenlandschaft, von der am Kühkopf bei Stockstadt noch Reste zu finden sind. Dort die markante Bergkette des Mittelgebirges Odenwald entlang der Bergstraße, die wie mit dem Lineal gezogen in Nord-Süd-Richtung verläuft, und in der sich bis zu 362 Millionen Jahre alte magmatische Tiefengesteine wie der Gabbro des Frankensteins finden.

Die Oberrheinebene mit dem Ried ist eine große Absenkungszone, ein sogenannter „Grabenbruch“, dessen Entstehung vor etwa 50 Millionen Jahren begann. Im Umfeld seiner östlichen Randverwerfung an der Bergstraße bebt noch heute immer wieder die Erde. Im Laufe der Jahrmillionen senkte sich der Grabenboden ab, während die Ränder herausgehoben wurden. So trug nicht nur der Rhein von Süden Sediment in den Graben, sondern Flüsse und Bäche gruben sich seitlich immer weiter in die Ränder ein und entfernten dort obenauf liegende, jüngere Gesteinsschichten. Während im Graben heute bis zu 4000 m starke Schichten aus Kies, Sand und Ton lagern, gleicht die Gesteinsverteilung im östlich angrenzenden Odenwald einer schräg geschnittenen Schichttorte: Die ältesten Gesteine finden sich im Westen, die jüngsten im Südosten.

Ried – Sand & Kies
Neckarsande Kiesgrube Erlache bei Bensheim
Gabbro Frankenstein
Brohmfels
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