Biologische Vielfalt

So vielfältig wie die Landschaften sind auch die Lebensräume für Tiere und Pflanzen: Hier finden wir Malermuschel und Wildkarpfen im Rheinstrom, dort kreist der Schwarzmilan über ausgedehnten Schilf- und Röhrichtzonen. Wollgras und Fieberklee finden Rückzugsraum in den Mooren des Rieds und des Odenwaldes und Molche, Feuersalamander und Bachforelle tummeln sich in den zahlreichen heimischen Gewässern. An den Hängen des Neckartals sonnt sich die seltene Aeskulapnatter und in den tiefen Wäldern des Mittelgebirges zieht der Rothirsch seine Fährte.

Der Geo-Naturparks bietet mit seinem reichen Landschaftsmosaik Raum für ein vielfältiges und harmonisches Nebeneinander von Kultur- und Naturlandschaft mit einer reichen Tier- und Pflanzenwelt. Mit seinen Projekten leistet er zudem wichtige Beiträge zum Erhalt unserer biologischen Vielfalt.

Die Obstsorte des Jahres

Heimische Obstsorten zu erhalten, ist dem Geo-Naturpark eine Herzensangelegenheit. Dies war Anlass, die Auszeichnung zur „Obstsorte des Jahres“ ins Leben zu rufen. Neben den wohlschmeckenden Früchten stehen die heimischen Sorten für biologische Vielfalt, für bunte Streuobstwiesen, sie sind robust, an die Standortbedingungen angepasst und haben vergleichsweise kurze Transportwege bis zum Endverbraucher.

Unsere Odenwälder Streuobstwiesen sind Horte biologischer Vielfalt, deren Erhalt für unsere Tier- und Pflanzenwelt von elementarer Bedeutung ist. Sie sind zudem gestaltende Elemente unserer traditionellen Natur- und Kulturlandschaft. Die zurückgehenden Bestände zu pflegen und wieder aufzubauen ist uns daher ein besonderes Anliegen.

Dieses unterstützt der Geo-Naturpark unter anderem, indem jede Mitgliedskommune ein Exemplar vom jeweiligen Obstbaum des Jahres geschenkt bekommt.

Was können Sie beitragen?
Kaufen Sie regionale Obstprodukte wie Apfelsaft und Apfelwein von einer Kelterei unserer Region. Ernten und verarbeiten Sie Ihr eigenes Obst (Kompott, Marmelade, Saft oder Wein) oder geben Sie dieses an lokale Keltereien oder Brennereien. Verwenden Sie bei Pflanzung neuer Bäume alte, lokale Sorten, die resistenter, robuster und für unsere Region geeignet sind (regionale Baumschulen statt Baumarkt). Pflegen Sie die vorhandenen Bestände an Streuobst! Informieren Sie sich über fachgerechte Pflege durch Fachwarte der Landkreise oder besuchen Sie selbst Schnitt- und Pflegekurse, dadurch ist eine Revitalisierung der Bestände auch nach vielen Jahren fehlender Pflege möglich. Verpachten Sie Ihr Grundstück, wenn Sie es nicht selbst bewirtschaften können.

Obstsorte des Jahres 2021

Lützelsachser Frühzwetschge

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Obstsorte des Jahres 2020

Mirabelle von Nancy

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Obstsorte des Jahres 2019

Kalbfleischapfel

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Obstsorte des Jahres 2017

Schweizer Wasserbirne

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Obstsorte des Jahres 2016

Spitzrabau

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Ausführliche Informationen zu Pflege der Bäume, Verwertung von Obst, Bezugsquellen und vielem mehr finden Sie auf der Homepage unserer Partner „Streuobstwiesenretter“ – der Initiative zum Erhalt von Streuobstwiesen in unserer Region.

www.streuobstwiesenretter.de

 

Projekt zum Schutz des Dukatenfalters

Der zu den Feuerfaltern zählende Dukatenfalter (Lycaena virgaureae) hat in den letzten zwei Jahrzehnten in vielen Bundesländern erhebliche Bestandseinbußen erlitten. In Hessen wird der Dukatenfalter auf der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft. Um die Verbreitung und Bestandssituation dieser schönen Tagfalterart auf dem Gebiet des Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald zu untersuchen, wurde mit Unterstützung des Geo-Naturparks und der Stiftung Hessischer Naturschutz unter Leitung des NABU Kreisverbands Bergstraße ein mehrjähriges Projekt initiiert.

Ziel des Projektes war, den langfristigen Erhalt des Dukatenfalters durch gezielte Schutzmaßnahmen zu unterstützen. Im Rahmen der Projektlaufzeit (2014-2019) wurden die Schwerpunkte der Verbreitung auf dem Gebiet des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald ausführlich dokumentiert. Zwar sind die Bestände an manchen Lokalitäten während des Beobachtungszeitraums zurückgegangen, aber insgesamt gibt es noch eine Reihe von vitalen Populationen, die ausreichend miteinander vernetzt sind. Im Verlauf des Projektes wurden im bayerischen Odenwald sogar bisher noch unbekannte Dukatenfalterpopulationen gefunden, die zu den bedeutendsten Vorkommen im gesamten Gebiet des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald gehören.

Als wesentliche Schutzmaßnahmen zum langfristigen Erhalt der Dukatenfalterpopulationen identifizierte das Projekt die Wiederherstellung einer naturnahen Waldstruktur mit lichtdurchfluteten Mischwäldern und ausreichenden Saumstrukturen. Für die Dukatenfalter spielen die Waldinnensäume eine besondere Rolle, da die klimatische Pufferung großer geschlossener Waldgebiete für die Art überlebenswichtig ist.

Bild: Depositphotos, PantherMediaSeller

Durch die Projektarbeit konnte erreicht werden, dass alle Populationen des Dukatenfalters im nordbadischen Teil des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald in das „Artenschutzprogramm Schmetterlinge“ des Landes Baden-Württemberg eingegliedert wurden.

Auch für die bayerischen und hessischen Vorkommen wurde die Aufnahme in entsprechende Schutzprogramme in Aussicht gestellt.

Zartes Glück – Naturparke und Biologische Vielfalt

Biodiversität, ist nur ein Wort, dahinter verbirgt sich ein zartes Glück – für das Verantwortung übernommen wird. In den über 100 deutschen Naturparken gibt es das Engagement für große Gefühle!